Online-Shopsysteme

Ein Ratgeber für Händler, die ihre
Produkte im Internet verkaufen möchten

Autor: Peter Bieling © 2002-2004
- Version 26-10-04 - Impressum

 1  Einleitung

Viele Händler, die mit dem Internet noch keine oder nur wenig Erfahrung haben, tun sich schwer bei dem Gedanken, ihre Waren auch auf elektronischem Wege anzubieten. Allzu groß erscheint das Risiko, Geld in eine Technik zu investieren, die man selbst nicht durchschaut. Bei Preisspannen von Null bis zigtausend Euro für ein Shopsystem, ist es nicht verwunderlich, wenn sich bei vielen Händlern eine gewisse Ratlosigkeit, wenn nicht sogar Misstrauen einstellt. Wie seriös ist das sogenannte E-Business überhaupt? Auch das Fehlen eines wirklich etablierten elektronischen Bezahlsystems, eine Latte von gesetzlichen Bestimmungen zum Onlinehandel und zur Datensicherheit wecken Befürchtungen, dass man am Ende nur draufzahlt oder im Paragraphendickicht zu Fall kommt. - Also am besten offline weitermachen wie bisher? Wäre da nur nicht die Konkurrenz, die unterdessen im Web gute Geschäfte macht oder sich zumindest ein gutes Zubrot sichert ... Gerade kleinere Unternehmen haben nämlich gute Chancen auf Gewinne im eCommerce, völlig unabhängig vom Stand des Börsenbarometers.

Nutzen Sie die vorhandenen Informationsquellen

Was ist zu tun? - Wie auch in den meisten anderen Fällen, in denen es darum geht, sich Fachwissen anzueignen, kann man dem Interessenten nur raten, sich aus möglichst verschiedenen Quellen zu informieren.
Dieser Text soll einen Einstieg in das Thema bieten. Es gibt viele andere Quellen im Web - abhängige und unabhängige - die das Thema unter den verschiedensten Gesichtspunkten beleuchten. (Die Linkliste am Ende stellt vor allem Quellen für die Vertiefung des Themas vor. Weitere Texte können leicht über Suchmaschinen und Webverzeichnisse gefunden werden.) Jeder der Autoren hat einen eigenen Blickwinkel unter dem er das Problem beleuchtet, so auch der Autor dieses Artikels. Nicht jeder kann alles wissen und keiner ist frei von Fehlern oder Fehleinschätzungen. Niemand gibt Garantien dafür, dass die Ratschläge Erfolg bringen. Der Unternehmer trägt selbst die Verantwortung und muss daher wissen, was er tut.

Das finden Sie in diesem Beitrag

Dieser Beitrag vermittelt keine unumstößlichen Gesetze, sondern verbindet eigene Erfahrungen des Autors aus Shopprogrammierung und -betreuung mit den publizierten oder persönlich mitgeteilten Erfahrungen anderer. Der Artikel soll Verständnis und Interesse wecken für die Rahmenbedingungen des Webs aber besonders auch für die Erwartungen der potentiellen Kunden, denn die Berücksichtigung technischer und menschlicher Fragen trägt erheblich zum Erfolg eines eCommerce-Projekts bei.
Aus allgemeinen Überlegungen heraus führt der Artikel schrittweise zur Beschreibung der Voraussetzungen einer zweckmäßigen Shopsoftware. Dabei geht es darum, Anstöße für eigenes Denken zu geben und nicht, mit fertigen Checklisten unverstandene Probleme vom Tisch zu wischen.
Wenn Sie als jetziger oder künftiger Einzel- oder Versandhändler den Start in den eCommerce unternehmen möchten, gehören Sie genau zur Zielgruppe, die diese Einführung ansprechen möchte. Doch auch Unternehmern, die bereits einen Online-Shop betreiben, kann dieser Artikel vielleicht eine Hilfe sein.

Neuauflage nach zwei Jahren

Nachdem dieser Beitrag nun mehr als zwei Jahre unverändert im Netz stand, wurde es nun dringend Zeit für eine Überarbeitung, auch wenn viele der Aussagen weiterhin gelten. Veraltet war vor allem die Linkliste. Inzwischen hat der Verkauf über das Internet enorme Ausmaße angenommen. Etwa ein Viertel der Ladengeschäfte in Deutschland nutzt inzwischen auch das Internet für den Verkauf ihrer Waren. (Quelle: Beitrag auf www.einzelhandel.de) Dabei spielen auch Online-Marktplätze (z.B. eBay, Amazon, Yahoo) eine große Rolle. Schwerpunkt dieser Einführung soll jedoch der eigene Online-Shop bleiben. Wer auschließlich oder zusätzlich Online-Marktplätze nutzen will, findet zu diesem Thema spezielle Informationsquellen. (Siehe Linkliste).
Weiterhin verzichte ich auf die Gegenüberstellung oder gar Bewertung konkreter Shopsoftware. Die Pflege einer solchen Liste wäre ein Vollzeitjob. Hier gibt es einschlägige online- und offline-Magazine (Siehe Linkliste), die den Markt beobachten und aktuelle Bewertungen publizieren.

 2  Was will der Kunde?

Der Erfolg eines Shops hängt weniger davon ab, wieviel man dafür bezahlt hat, sondern ob der Kunde am Angebot Interesse hat.
Gutes Geld bringt der Verkauf im Web, wenn Produkte angeboten werden, die nicht an jeder Ecke zu haben sind und die nicht schon von Großanbietern besetzt sind, wie etwa Bücher, CDs, und DVDs. Jeder, der Nischenprodukte per Versandliste oder Warenkatalog anbietet, findet dagegen im WWW eine ideale Plattform, um seine Waren bekannt zu machen und zu verkaufen.

Das richtige Produktangebot

Kunden, die sich vorher die Hacken nach bestimmten Produkten abgelaufen haben, schreiben E-Mails der Dankbarkeit, wenn sich plötzlich der Weg zum Wunschobjekt auf einige Mausklicks reduziert hat.
Ein Antiquitätenhändler, der begonnen hat, Fotos seiner Liebhaberstücke ins Internet zu stellen, wundert sich vielleicht über Bestellungen aus den USA, wo z.B. alte Möbel aus Europa sehr begehrt sind.
Ein weiteres Beispiel wäre ein Tiergeschäft, das seltene Exemplare (z.B. Katzenrassen oder Zierfische) anbietet, die anderswo kaum oder gar nicht zu haben sind. Der kaufwillige Kunde legt auch gern weite Wege zurück, um die Ware vor Ort zu prüfen, oder selbst abzuholen, wenn ein normales Verschicken nicht möglich oder riskant wäre. Wichtig ist für ihn in solchen Fällen, dass er weiß, wo er den gesuchten Artikel findet.

Ein Shopsystem fördert die Kaufentscheidung

Das soll nicht heißen, dass die reine Präsentation von Waren ohne elektronische Bestellmöglichkeit schon ausreichend wäre. Das Shopsystem zeigt dem Kunden, dass der Händler es ihm so bequem wie möglich machen will. Darüber hinaus bietet es den psychologischen Vorteil, den Kauf unabhängig von Feiertag und Ladenschluss perfekt machen zu können. Hat der zaudernde Kunde sich erst einmal entschlossen, die Bestellung abzuschicken, bleibt er meist auch dabei, auch wenn er das Recht auf Widerruf hat. Anders sieht es aus, wenn er bis zum nächsten Tag Zeit hätte, darüber nachzugrübeln. Manch ein Kunde braucht die Aufmunterung zum Kauf. Hier gibt die - hoffentlich dezente - Aufforderung zum Klick den nötigen Kick. Ob der Kunde seine Entscheidung am Ende bereut, liegt natürlich an der Qualität von Produkt und Service, und das ist ein ganz anderes Thema.

Nicht nur die Nische bringt Erfolg

Selbst für den Betreiber eines Bastel- oder Stoffgeschäfts etwa, kann das Internetgeschäft lohnend sein. Nicht für jeden Kaufinteressenten ist ein solcher Laden in erreichbarer Nähe. Besondere Ideen, z.B. vorgestellt in gut präsentierten Bastelanleitungen, können zunächst Interesse und anschließend Kaufwünsche wecken.
Ein Tipp für Betreiber von Shops, die in diese Kategorie fallen: Erweitern Sie Ihr gewöhnliches Angebot um Produkte, die nicht überall zu haben sind, oder stellen Sie zumindest die Highlights besonders heraus. Bringen Sie Anwendungsbeispiele, die Lust machen, die Ware selbst in der Hand zu halten und zu verwenden. Viele bestellen dann auch noch gleich das mit, was sie eigentlich auch in der nächsten Fußgängerzone bekommen könnten.

 3  Bedienbarkeit, Zugänglichkeit und Auffindbarkeit

Die Sichtweise des Shopbesuchers sollte jeder Anbieter (im wahrsten Sinne des Wortes) im Auge behalten. Je strukturierter die Website wirkt, je übersichtlicher die Informationen sind und je durchschaubarer der Bestellprozess ist, um so größer ist die Chance, dass aus dem Besucher ein Kunde wird.

Ramschläden vertreiben die Besucher

Der Besucher muss sofort das Gefühl haben, dass er es mit einem seriösen Unternehmen zu tun hat. Unseriös ist ein Shop mit der Ausstrahlung eines Schnäppchenmarkts zu Weihnachten. Ein blinkendes Sonderpreisschild überstrahlt das nächste und ständig aufpoppende Fenster bringen das System des Benutzers an den Rand des Absturzes - oft sogar darüber hinaus. Unabweisbare Aufforderungen, die Monitoreinstellungen zu verändern, Cookies, Flash oder dringend benötigte Plugins zu aktivieren oder herunterzuladen, tun ein übriges, den Kaufinteressierten ein für alle Mal zu vertreiben. - Da helfen dann auch keine teuer gekauften Zertifikate und Gütesiegel mehr.

Was würden Sie als Kunde wollen?

Ein einfaches, übersichtliches und funktionierendes System ist nicht leicht zu erreichen. Um zu erkennen, was für Ihre Zwecke sinnvoll ist, sollten Sie selbst einmal die Rolle des Kunden einnehmen und einfach verschiedene Shops ausprobieren. (Sie finden sie in diversen Webverzeichnissen oder unter www.shop.de). Machen Sie sich eine Liste mit positiven und negativen Beispielen, und stellen Sie Fragen an den jeweils besuchten Onlineshop:

Am besten wäre es, einige echte Bestellungen durchzuführen, um die dazugehörigen Funktionen kennenzulernen. Bei Anbietern von Shopsystemen haben Sie häufig auch die Möglichkeit, Testbestellungen durchzuführen. In beiden Fällen sehen Sie, wie transparent der Bestellprozess abläuft.

Wenn Sie eine Reihe von Shops und Shopsoftware-Angeboten auf diese Weise untersucht haben, werden Sie schnell merken, was Sie sich für Ihr System wünschen, oder worauf Sie auf jeden Fall verzichten möchten.
Machen Sie auch ruhig mal den Härtetest:

Niemanden ausschließen

Es gibt tatsächlich potentielle Kunden, die einen anderen Browser verwenden als den Internet Explorer bei einer Bildschirmauflösung von 1024 x 768 Pixeln, eingeschaltetem Java, JavaScript, Flash und aktivierten Cookies. Selbst die Darstellung von Frames ist, z.B. bei einem Browser wie Opera, nicht zwingend notwendig. Versetzen Sie sich in die Lage dieser Besuchergruppe, zu der möglicherweise Informatik-Professoren, Leiter von Softwarehäusern, Chefärzte mit EDV-Verstand gehören. Sie alle wissen genau, warum sie ihr System so einstellen, dass es vom Auslieferungszustand abweicht. Einige verwenden sogar mobile webtaugliche Geräte, die allerdings nur mit durchdachten und richtig gestalteten Webseiten etwas anfangen können. Wenn Sie diese Nutzer in Ihre Planungen mit einbeziehen und sie nicht an der virtuellen Ladentür abweisen, haben Sie mit wenig Aufwand die Möglichkeit geschaffen, zahlungskräftige Kunden hinzuzugewinnen

Suchmaschinenrobots sind gnadenlos

Von gedankenlosen Aussperrungen betroffen sind vor allem auch die Suchmaschinenrobots, die das Web nach inhaltsträchtigen Seiten durchforsten, und das trifft hart. Navigationen, die nur mit JavaScript oder Flash realisiert werden, schlagen den Suchmaschinenrobots die Tür vor der Nase zu. Das traurige Ergebnis sind hinterste Plätze bei den Suchmaschinenplatzierungen.
Das Thema Suchmaschinen betrifft die gesamte Webpräsenz, in die der Online-Shop eingebettet ist. Wer hier von Anfang an richtig plant, wird später auch gefunden, ohne sich Spitzenplätze teuer erkaufen zu müssen.

 4  Vertrauen beim Kunden schaffen

Der Kunde muss wissen, wo er kauft und bei wem er kauft. Das Teledienstgesetz schreibt eindeutig vor, was alles im Impressum zu stehen hat. Es ist jedoch zu wenig, dem reinen Gesetzestext Genüge zu tun, wenn man einen vertrauensvollen Kontakt zum Kunden herstellen möchte. Die Möglichkeiten, zu ausgewiesenen Zeiten jemanden telefonisch erreichen zu können, d.h. zu wissen, dass ein Mensch hinter all dem steht und nicht ein Automat, trägt viel zu einer unverkrampften verkaufsfördernden Wirkung bei. Schön ist es, wenn auch ein reales Ladenlokal vorhanden ist, in das man persönlich gehen kann oder zumindest weiß, dass man es könnte. Dieser Punkt ist aber nicht zwingend erforderlich, denn auch reine Onlinefirmen finden ihre Kunden, wenn sie seriös geführt werden.

 5  Bezahlmethoden

Und wie steht es dann mit der Bezahlung der Waren? Brauche ich nicht ein elektronisches Bezahlsystem? - Es spricht vieles dafür, sich zunächst an das zu halten, was sich im Versandhandel bewährt hat. Die Lieferung per Nachnahme ist ein durchaus gängiger Weg. Der Händler weiß, dass er sein Geld bekommt oder zumindest seine Ware behält, und der Kunde bezahlt erst, wenn die Ware da ist. Viele Kunden sind auch bereit, die Rechnung per Vorausüberweisung zu bezahlen, um Nachnahmegebühren zu vermeiden. Kennt man den Kunden, kommt auch der Kauf auf Rechnung in Betracht.
Das Angebot von elektronischen Bezahlmethoden oder den Lastschrifteinzug per Kreditkartennummer sollte man sich dann überlegen, wenn man eine Kundschaft hat, die diese Leistung erwartet. Der Handel mit konventionellen Versandgütern, der in diesem Beitrag in erster Linie berücksichtigt wird, verträgt zur Zeit durchaus noch altbewährte Bezahlmethoden.

 6  Das Gebot der Datensparsamkeit

Die Qualität eines Webshops zeigt sich vor allem darin, wie er mit personenbezogenen Daten umgeht. Misstrauen entsteht dann, wenn Daten abgefragt werden, die mit der Bestellabwicklung nichts zu tun haben. Viele Händler, die gedankenlos Daten sammeln, schießen sich daher selbst ins Knie. Kann der Kauf nur abgewickelt werden, wenn eine E-Mail-Adresse eingegeben wird, ist die Frage berechtigt, ob der Händler auf Bestellungen keinen Wert legt, die aus einem Internetcafé, vom Computer des Nachbarn oder vom Arbeitsplatz aus gemacht wurden. Nicht jeder, der an einem Computer mit dem Internet verbunden ist, ist verpflichtet, eine eigene E-Mail-Adresse zu haben.
Auch Telefonnummern sollte man nicht zwingend abfragen. Peinlich ist es, wenn der Händler wegen einer Rückfrage gerade denjenigen an der Strippe hat, für den die Bestellung als Geschenk gedacht ist. Hat der Kunde die Möglichkeit, seine Telefonnummer zurückzuhalten, gibt er quasi sein Einverständnis für den Anruf, wenn er sie trotzdem einträgt.

Diese Kundendaten werden benötigt

Name und Anschrift des Bestellers sind wichtig. Alles andere sind freiwillige Angaben, die die Abwicklung des Kaufs erleichtern sollen, z.B. um Rückfragen zu ermöglichen.
Äußerst sinnvoll ist ein Feld, in das der Besteller Sonderwünsche, Fragen oder z.B. eine abweichende Lieferadresse eintragen kann. Bei vielen Bestellsystemen fehlt diese nützliche Einrichtung leider. Der Kunde wird gezwungen, zusätzlich zu telefonieren oder begleitende Mails zu verschicken. Nicht immer ist dafür die Gelegenheit und die Kauflust kann vergehen. Auch der Händler hat es leichter, wenn die Sonderwünsche direkt bei der Bestellung stehen und nicht nachträglich angeheftet werden müssen.

 7  Sinn und Unsinn von Datenverschlüsselung

Der Einsatz einer gesicherten Verbindung (SSL) zum Schutz sicherheitsrelevanter Daten gilt als ein Muss. Abgesehen von der Übermittlung von Bankdaten, die nicht zwingend für Onlineshopping erforderlich sind, enthält eine Bestellung in einem typischen Webshop in sehr vielen Fällen keine schützenswerten Daten. Oftmals werden die vorher aufwändig verschlüsselten Daten sofort anschließend unverschlüsselt per E-Mail zur Bestätigung an den Besteller verschickt. Manche aufwändige Verschlüsselung entpuppt sich daher zumindest als fragwürdig.

Diskretion da, wo sie erforderlich ist

Ob eine Verschlüsselung notwendig ist, hängt von der Art der Waren ab, die verkauft werden und der Art, in der sie bezahlt werden.
Beobachten wir einmal den Kaufprozess in einem Supermarkt: was wird da alles in unverhüllten Warenkörben und Einkaufswagen umhergefahren, für jeden sichtbar? Niemand fühlt sich dadurch in seiner Sicherheit oder Privatsphäre bedroht.
Selbstverständlich gibt es Artikel, deren Erwerb sehr persönlich sein kann, oder auch unangenehm. Bei den meisten Produkten ist der Kauf jedoch völlig unproblematisch und sogar Klopapier wird hemmungslos und stapelweise auf das Fließband gelegt.
Am Bankschalter sorgt eine Linie auf dem Boden für gebührenden Abstand. Beim Bäcker wäre diese Linie sowie der Kauf von vier Brötchen hinter vorgehaltener Hand einfach lächerlich.
Die Onlinebestellung von alltäglichen Dingen ist nicht problematischer als die Bestellung dieser Dinge mit einer unverschlüsselten E-Mail, oder die Bestellung bei einem Versandhandel mit offener Bestellkarte. Glücklicherweise sehen das die meisten Kunden auch so und nutzen auch Shops, in denen nicht jeder Kauf eines Schnürsenkels zur Geheimsache wird.

SSL-Verschlüsselung hat auch Nachteile

Eine Datenverschlüsselung ist dann sinnvoll und zwingend erforderlich, wenn der Missbrauch der übermittelten Daten unangenehm oder schädlich für den Kunden wäre. Da die Einrichtung einer sogenannten gesicherten Verbindung (SSL) mit Kosten verbunden ist und sich auch nachteilig auf die Geschwindigkeit des Systems auswirken kann, muss man sich überlegen, ob der Aufwand gerechtfertigt ist. Dass letztlich der Kunde alle Kosten tragen muss, d.h. die Produkte teurer werden müssen, dürfte jedem klar sein. Werden nur sehr selten sensible Daten übertragen, kann dies in solchen Fällen auch per Telefon, FAX oder Briefpost geschehen.

 8  Datensicherheit im Shopsystem

Die Nutzung unverschlüsselter Datenübertragung hat jeder Nutzer selbst zu verantworten. Er kann entscheiden, ob er Daten preisgibt, die möglicherweise von Unbefugten auf dem Weg durchs Internet aufgefangen und für kriminelle Zwecke missbraucht werden könnten.
Ganz anders sieht der Fall aus, wenn das Shopsystem durch dilettantische Fehler Daten fremder Kunden preisgibt. Wer nach Absenden einer Bestellung in der Adresszeile folgendes angezeigt bekommt:
http://tollershop.de/kundendaten.html?kundennummer=22;
stellt vielleicht aus bloßem Spieltrieb fest, dass er durch Austausch der -22- und Druck auf die Entertaste auch die Daten anderer Kunden auf den Monitor zaubern kann. Spätestens jetzt hat er das Vertrauen in den sorgfältigen Umgang mit seinen Daten verloren.

Schlampige Programmierung kann teuer werden

Wer etwas von der Materie versteht, findet auch Schlampereien, die nicht so leicht ins Auge stechen. Der Nachweis dilettantischer Sicherheitslücken kann für den Shopbetreiber mehr als nur peinlich werden und sogar ein juristisches Nachspiel haben.
Der Shop sollte so programmiert sein, dass er gegen Spaßvögel und sogenannte Hacker möglichst abgesichert ist.
Das Einschleusen von Programmcode auf den Server muss auf jeden Fall unterbunden werden. Im Extremfall kann es sonst zum kompletten Verlust der Daten kommen.
Nicht jedes Skript, das man sich günstig oder kostenlos aus dem Web laden kann, berücksichtigt alle wichtigen Sicherheitsaspekte, denn auch Hobbyprogrammierer beschenken die Welt mit ihren Werken. Hier ist genau zu prüfen, wie vertrauenswürdig die Quelle ist, aus der man das Programm bezieht. Im Zweifelsfall sollte man fachkundigen Rat einholen.

Solides Handwerk schafft Sicherheit

Leider lässt sich nie sicherstellen, dass nicht doch ein eifriger Hacker in irgendeiner Form Schaden anrichten kann. Dagegen ist auch ein teures kommerzielles System nicht gewappnet. Genauso wenig, wie eine Bank trotz hoher Sicherheitsvorkehrung vor räuberischen Gewalt sicher ist, kann jemand die Garantie übernehmen, dass Ihr Shopsystem für alle Zeiten vor allen Angriffen geschützt ist. Es geht darum, zu prüfen, ob angemessene Sicherheitsvorkehrungen, die für Fachleute standardmäßig dazugehören, auch tatsächlich vorhanden sind.

 9  Nach Maß oder von der Stange?

Nachdem der äußere Rahmen der Anforderungen an ein Shopsystem nun abgesteckt wurde, richten wir den Blick auf das Wesentliche eines Shops - nämlich das Warenangebot. Das System darf der optimalen Präsentation der Produkte nicht im Wege stehen. Daher die prüfende Frage: wie flexibel kann sich das Shopsystem auf den möglicherweise sehr eigenwilligen Charakter einer Produktpalette einstellen? Ist das Gesamtangebot einfach und gleichmäßig strukturiert, erfüllt auch ein einfaches Fertigprodukt seine Aufgabe. In schwierigeren Fällen ist ein System gefragt, das vielseitig anpassbar ist, und oft hilft nur eine maßgeschneiderte Lösung.

Für jede Produktpalette das richtige Shopsystem

Ein Beispiel: Sie haben in Ihrem Stoffgeschäft einen bestimmten Stoff in zwei Breiten und acht Farben. Das Verwaltungsprogramm Ihres Shops erlaubt aber keine Eingabe von Varianten, sondern nur die Eingabe einzelner Artikel mit eigener Beschreibung. Notfalls könnte man jede Variante als eigenständigen Artikel ansehen - in diesem Fall 16 Artikel. Doch wer behält da am Ende die Übersicht?
Zu schlicht, dieses Shop-System? - Für einen Künstler, der Unikate schafft, wäre es völlig ausreichend.
Größe und Farbe, wie beim Stoffbeispiel, sind längst nicht die einzigen Merkmale, mit denen ein Shopsystem möglicherweise konfrontiert wird. Wer einmal in einen Briefmarkenkatalog für Sammler gesehen hat, wird als Laie staunen, in welchen Ausprägungen die gleiche Marke vorkommen kann. Lässt sich das Angebot nur sehr schlecht kategorisieren, weil z.B. Maß- und Gewichtseinheiten, Farben, Materialbeschaffenheiten für verschiedenen Produktgruppen unterschiedliche Relevanz haben, ist ein Shopsystem, das nur einheitliche Strukturen abbilden kann, kaum zu gebrauchen. Bei kleinem, selten wechselndem Angebot, spricht dann einiges dafür, feste Seiten mit Bestellformularen individuell einzurichten. Ansonsten empfiehlt sich eine individuelle Programmierung, die natürlich jede Besonderheit berücksichtigen kann.

Fertiglösung pro und contra

Ob man ein fertiges Shopsystem sucht, oder ob man sich das System für die vorhandenen Anforderungen nach Maß schneidern lässt, hängt von der Gesamtstruktur der Angebotspalette ab. Beide Möglichkeiten haben ihre Vor- und Nachteile.
Ein gut durchdachtes, fehlerfreies Shopsystem mit den Möglichkeiten zur individuellen Anpassung ist nicht zu verachten. Wer erst noch testen möchte, wie das Online-Geschäft funktioniert, oder größere Anfangsinvestitionen scheut, kann auch ein Shopsystem mieten. Größere Provider bieten solche Systeme in verschiedenen Qualitätsabstufungen an.
Wer keine Zeit hat, das Handbuch zu studieren, um herauszufinden, wie er das System für seine Bedürfnisse konfiguriert, ist jedoch nach wie vor auf fremde Hilfe angewiesen. Um sein Angebot in Text und Bild ansprechend gestalten zu können, sind außerdem Kenntnisse nötig, die nicht jeder zur Verfügung hat.
Je anpassbarer das fertige Shopsystem ist, um so komplexer ist es auch, und um so mehr Arbeitszeit muss investiert werden, bis man damit umgehen kann. Anpassbar muss auf jeden Fall auch das Design sein. Das Erscheinungsbild des Shops muss zum Angebot passen und auch zum Erscheinungsbild, dass der Händler z.B. in Anzeigen oder durch seine Geschäftspapiere von sich vermittelt.(Corporate Design) Fehlt hier der nötige Spielraum, sollte man sich nach etwas anderem umsehen.

Individuelle Programmierung pro und contra

Die professionelle maßgeschneiderte Lösung ist auf Dauer pflegeleichter, weil die konkreten Bedürfnisse von Anfang an berücksichtigt werden können. Die individuelle Programmierung birgt allerdings die Gefahr, Fehler (Bugs) zu produzieren, die erst bei der realen Anwendung entdeckt werden. Die Verwendung erprobter Grundkonzepte und bewährter Programmteile verringert diese Gefahr und beschleunigt zugleich die Arbeit. Solange der Programmierer noch in der Nähe ist, und/oder den Shop sogar betreut, sollte die schnelle Beseitigung eines Programmfehlers genauso wenig ein Problem darstellen wie die Anpassung des Shops an geänderte Aufgabenstellungen. Die Geschwindigkeit einer speziellen Lösung kann spürbar größer sein als die eines komplexen Systems, das für alle Zwecke anpassbar sein soll. Diese schleppt nämlich nicht nur den Programmcode für benötigte sondern auch für hunderte nicht benötigter Einstellmöglichkeiten mit sich herum.

An die Zukunft denken

Eingriffe in den Programmcode z.B. für individuelle Erweiterungen sind bei fertigen kommerziellen Shopsystemen übrigens nicht ohne Weiteres möglich, geschweige denn erlaubt. Hier sind die lizenzrechtlichen Vereinbarungen genauestens zu prüfen. Ein Shopsystem, das Sie dagegen für sich entwickeln lassen, sollte vertragsgemäß immer das Recht der Veränderungen zulassen. (Das Recht, Kopien dieses Programms dann an Dritte weiterzugeben oder weiterzuverkaufen, erwerben Sie damit allerdings in der Regel nicht.)

Freie Open-Source-Programme sind einen Blick wert

Ein besonderer Fall sind gut dokumentierte Open-Source-Programme, die unter einer öffentlichen Lizenz stehen und deren Programmcode man nach Belieben an seine Bedürfnisse anpassen kann. Da diese Programme kostenlos sind, wird jedoch auch keine Garantie für Lauffähigkeit und Sicherheit übernommen, es sei denn, dass derjenige, der die Anpassungen vornimmt, bereit ist, Garantien zu geben.
Normalerweise sorgt jedoch die Entwicklergemeinde unter den Argusaugen einer fachkundigen Netzgemeinde für ständige Verbesserungen und Fehlerkontrolle ihres Shopprojekts. Da viele Shops, die man sich im Web bei der Arbeit ansehen kann, mit solchen Lösungen betrieben werden, kann ein Blick auf diese Programme nicht schaden. Muss zuviel geändert werden, lohnt die Arbeit in vielen Fällen nicht, weil sich der Programmierer intensiv in das fremde Programm einarbeiten muss. Eventuell läuft er sogar Gefahr, Fehler oder sogenannte Seiteneffekte in anderen Teilen des Systems zu produzieren.
Auch die Anpassung des Designs erfordert massive Eingriffe, wenn man mit den angebotenen Stilvarianten nicht zufrieden ist.

Leichtere Anpassung durch Templates

Moderne Shopsysteme bieten diese Anpassbarkeit über sogenannte Templates. Templates sind Vorlagen, die änlich wie ein Serienbriefformular mit wechselnden Inhalten gefüllt werden. Dabei setzt sich die fertige Seite häufig aus mehreren mit Text und Zahlen gefüllten Templates zusammen. Einzelne Teile - wie Kopf- und Fußbereiche - können unverändert eingefügt werden. Andere Bereiche wie aus Datenbanken gefüllte Tabellen erfordern gelegentlich den Zusammenbau kleinster Schnipsel.
Mit dem Templatesystem wird der Darstellungsteil vom Programmteil getrennt. Diese Trennung ist häufig nur geforderter Standard. Templates können jedoch die Arbeit bei Änderungen und Anpassungen enorm beschleunigen.
Jedes Templatesystem hat seine Vor- und Nachteile. Aus diesem Grund gibt es auch die unterschiedlichsten Varianten. Templatesysteme können so kompliziert sein, dass sie selbst wieder eine Art Programmiersprache mitbringen, die dann auch nur von Programmierern verstanden wird. Dass das Shopsystem durch den Einsatz solcher Mittel nicht schneller wird, liegt auf der Hand.
Damit das Shopprogramm schnell läuft und auch von Nichtprogrammierern mit HTML-Kenntnissen angepasst werden kann, sollte das Templatesystem m.E. möglichst einfach gehalten sein und auf jegliche Programmierlogik verzichten.

 10  Clients oder Server? - Wer macht die Arbeit?

Auch wer wenig Lust hat, sich mit der Technik des Internets näher zu beschäftigen, sollte zumindest die beiden unterschiedlichen Grundformen der gebräuchlichen Shopsysteme kennenlernen, ehe er sein Geld ausgibt. Es gibt die Möglichkeiten, dass entweder der Browser des Benutzers das Programm ausführt oder aber der Server, der die Webseiten an den Browser schickt.

Clientseitige Systeme mit JavaScript

Bei der clientseitigen Lösung sorgt in der Regel ein JavaScript-Programm, dass an den Browser übertragen wird dafür, dass wechselnde Seiteninhalte, die sich aus dem Bestellvorgang ergeben, stets aktuell gehalten werden können. Rechenleistung kann dadurch auf das Browserprogramm verlagert werden, was die Ansprüche an den Server erheblich verringert.
Bedenken sollte man, dass das JavaScript-Programm als Quelltext übertragen wird, der auch von kundigen Personen manipuliert werden kann. Mann muss daher genau prüfen, ob bei einer Bestellung die Preise stimmen. Dem Besteller Manipulation vorzuwerfen, dürfte schwer möglich sein.
Nachteile ergeben sich auch daraus, dass es völlig unterschiedliche Browser gibt. Selbst Browser eines Herstellers mit gleicher Versionsnummer können auf verschiedenen Betriebssystemen unterschiedliche Eigenheiten zeigen.
JavaScript-Code wird nicht immer gleich interpretiert und daher nicht immer fehlerfrei umgesetzt. Das führt dazu, dass nicht jeder Browser das Shopprogramm korrekt ausführt.
Wegen der vielen Systemvarianten ist es für den Programmierer so gut wie unmöglich, ein Programm zu entwickeln, das die korrekte Ausführung von JavaScript in allen Fällen garantiert. Natürlich gibt es Anbieter, die große Anstrengungen unternehmen, möglichst viele Probleme zu umschiffen. Durch die weitgehende Beschränkung der Internet-Nutzer auf den Internet-Explorer als Standardbrowser verringert sich der Prozentsatz derjenigen, die Probleme bekommen gegenüber früheren Jahren.

Nicht jeder hat es

Aus verschiedenen Gründen (Werbe-Popups, Sicherheitslecks im Browser etc.) weigern sich einige Benutzer grundsätzlich, auf ihrem Rechner JavaScript oder andere aktive Inhalte ausführen zu lassen. Wie groß dieser Anteil ist, kann nur schwer ermittelt werden. Selbst wenn es nur 1% ist, wie manche Statistiken behaupten, kann man vermuten, dass sich in dieser Minderheitengruppe nicht nur querulantische Habenichtse verbergen sondern genausogut zahlungskräftige IT-Fachleute, die ihre Gründe dafür haben, dass sie kein JavaScript benutzen. Wer für diese Besucher Alternativen bereitstellt, hat vielleicht noch die Möglichkeit, sie zur Bestellung per E-Mail oder Telefon zu bewegen. Voraussetzung ist dann aber, dass das Angebot ohne JavaScript wenigstens angezeigt wird.

Billig aber unzuverlässig

Ein Bonus von JavaScript ist der geringe Anspruch an die Serverleistung und den Netzverkehr. Schon einfacher Webspace mit der Möglichkeit zur Übermittlung der Bestelldaten per E-Mail reicht aus, - wenn alles klappt. Das spart natürlich Geld. Ob man sich aus Kostengründen mit einer JavaScript-Lösung begnügt, hängt davon ab, mit welcher Ernsthaftigkeit man den Online-Handel betreiben will. Zum Testen eines Angebots und als erster Einstieg mögen solche Systeme vielleicht noch angehen. Spätestens bei einem Bestand von einigen hundert Artikeln und einem Aufkommen von 20 bis 30 Bestellungen täglich, die ja in der Regel per E-Mail eintreffen und weiterverarbeitet werden müssen, wird der Shop unhandlich.

Serverseitige Systeme

Legt man auf Stabilität und größtmögliche Nutzbarkeit des Shops Wert, kommt man um eine serverseitige Lösung nicht herum. Erzeugt das Programm des Servers gültige Webseiten, kann man davon ausgehen, dass die Inhalte auch von jedem Browser angezeigt werden können. Die Verwendung eines Datenbanksystems zur einfachen Verwaltung von Produkt- und Bestelldaten ist ebenfalls nur serverseitig möglich.

Der Geschwindigkeitsnachteil durch die häufige Programmausführung auf dem Server - im Gegensatz zur clientseitigen Ausführung - wird immer unbedeutender, weil in der Regel Webserver zum Einsatz kommen, die für solche Aufgabenstellungen optimiert sind. Bei der Planung des Shops spielt daher die Auswahl des Providers und die Wahl des Leistungspakets eine wichtige Rolle.

Die richtige Sprache für das Shopsystem

PHP als Skriptsprache für Shopprogrammierung der hier besprochenen Größenordnung erfreut sich zu Recht großer Beliebtheit, nicht zuletzt deshalb, weil es mit dem verbreiteten Datenbanksystem MySQL™ einfach, gut und schnell zusammenarbeitet. Auch die Betriebskosten sind günstig: ein brauchbares Providerpaket ist (inkl. Datenbank) ab etwa 10 EUR monatlich zu haben. Nicht verschwiegen werden darf, dass PHP sich derzeit immer noch kräftig weiter entwickelt, so dass bei Updates auf neuere Versionen ggf. Anpassungen notwendig sind.
Die klassische Sprache für serverseitige Programmierung ist Perl mit Unmengen bewährter Programmmodule. Sehr viele Shopsysteme sind mit Perl realisiert. Die Sprache gilt als stabil und ausgereift, verliert aber dennoch gegenüber PHP mehr und mehr an Boden.
Darüber hinaus gibt es viele weitere serverseitige Programmiersprachen, die jedoch nicht den gleichen Stellenwert haben. Wer sich für eine exotische Lösung entscheidet sollte bedenken, dass er mögicherweise nur schwer Fachleute findet, wenn Anpassungen notwendig sind.

Große Lösungen sind meistens in Java - nicht JavaScript! - realisiert. Wer also kurzfristig einen Umsatz wie die großen deutschen Versandhändler anstrebt, wird aus dieser Einführung leider wenig Nutzen ziehen können.

 11  Die serverseitige Datenbanklösung

Ob man eine Datenbank in das Shopsystem integriert oder nicht, kann wohl heute ohne lange Überlegung mit einem Ja beantwortet werden. Shops mit Datenbankanbindung arbeiten normalerweise schneller als solche, die ihre Daten aus Textdateien extrahieren und zurückschreiben und haben darüber hinaus viele weitere Vorteile, weil die Daten auch aus anderen Anwendungen gelesesen werden können. Über eine entsprechende Schnittstelle kann der Shop dann z.B. mit einem Warenwirtschaftssystem kommunizieren.

An die Suchmaschinen denken

Ein Nachteil ist, dass Suchmaschinen den Inhalt von Datenbanken normalerweise nicht ohne weiteres registrieren können. In diesem Fall findet der Kaufinteressent das Angebot nur, wenn er aus anderer Quelle (z.B. durch Werbung) darauf aufmerksam gemacht wird. Ein gutes Shopsystem erlaubt jedoch auch die direkte Verlinkung von Artikeln von Seiten außerhalb des eigentlichen Shopbereichs. Darüber hinaus empfehlen sich statische Seiten die detailliert einzelne Produkte bewerben. Auch Preislisten im HTML- oder PDF-Format können dazu beitragen, das Interesse der Suchmaschinen-Robots zu wecken. Die Erzeugung aktueller Listen lässt sich natürlich automatisieren.
Das ist sicherlich nicht alles. Welche Maßnahmen im Einzelnen förderlich sein können, hängt von vielen Faktoren ab und sollte individuell entschieden werden.

Artikeldatenbank selbst warten

Die Datenbanklösung hat - wenn Sie effektiv umgesetzt wird - auch den Nebeneffekt, dass der Shopbetreiber selbst das Angebot aktuell halten kann. Er kann Artikel hinzufügen, ändern oder löschen (im Idealfall auch kurzfristig deaktivieren) und geänderte Preise umgehend aktualisieren. Dies geschieht z.B. über einen nur durch Passwort zugänglichen Bereich auf der Website.
Für PHP gibt es übrigens seit längerem eine frei verfügbare Standardlösung mit Namen PHPmyAdmin, die häufig auch vom Provider zur Datenbankverwaltung bereitgestellt wird, aber auch individuell eingerichtet werden kann. Wer damit zurecht kommt, kann bei maßgeschneiderten Systemen natürlich Kosten sparen, weil kein eigenes Pflegesystem notwendig ist.

Besonders gefordert wird häufig der Import des gesamten Artikelbestands aus einer Tabellenkalkulation, einer Warenwirtschaft oder einer offline betriebenen Datenbank. Passende Lösungen können dafür oft nur individuell eingerichtet werden, weil gerade Betriebe kleiner und mittlerer Größe ihre eigenen und historisch gewachsenen Systeme verwenden.

 12  Danksagung

Mein herzlicher Dank für Beiträge zur Verbesserung dieses Textes in Form und Inhalt geht an Heike Bieling, Simon Kloss und Harald Seffers. Für interessante Links zum Thema Shopsysteme, die der neuen Version des Ratgebers zugute kamen, danke ich Michael Doepke. Wilhelm Gehrman danke ich für neue Erfahrungen durch meine Beteiligung an diversen GEOS-Apothekenshop-Projekten.

 13  Linkliste

Der Markt der fertigen Shop-Software ist nur schwer zu überschauen, denn ständig kommen weitere Programme auf den Markt, die gemietet, gekauft oder kostenlos aus dem Web geladen werden können. Auf manchen Websites findet man Listen, Tests und Vergleiche von Shopsoftware. Vor allem eBusiness-Magazine beobachten die Entwicklung.
Diese Linkliste führt zu weiteren Quellen rund um das Thema Webshops und E-Business. Es ist eine persönliche Auswahl, die der Autor als nützlich für weitere Beschäftigung mit dem Thema ansieht.

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